Ein Running-Tagebuch zu führen, kann eine wertvolle Trainingshilfe sein. Am Anfang bedeutet es ein wenig zusätzliche Mühe, aber schon nach wenigen Wochen werden Sie merken: Es lohnt sich. Denn bei vielen Läufern entwickelt sich das Logbuch zu einem persönlichen und langfristigen Lauftagebuch. Ex-Marathon-Champion Ron Hill hat seines am 3. September 1956 begonnen und führt es immer noch.
Läufe notieren
Ein Running-Tagebuch? dient zum Aufzeichnen von Läufen. Das kann ein Notizbuch sein, eine Excel-Tabelle oder auch ein Weblog ähnlich dem MyASICS Tagebuch. Welche Details Sie in dieses Lauf-Tagebuch eingeben, bleibt Ihnen überlassen. Die meisten Läufer notieren Datum, Ort, Streckenlänge, Zeit und eine allgemeine Bewertung des Laufs. Wer ganz exakt sein will, kann außerdem Angaben zum Wetter und zum Gelände machen.
Den britischen Ex-Marathon-Champion Ron Hill begleitet sein Running-Tagebuch schon ein ganzes Laufleben lang. „Ich habe mein Tagebuch am 3. September 1956 angefangen. Damals ging ich noch zur Schule. Ich wollte festhalten, wie viele Tage in der Woche ich laufe und wie sich das auf meine Wettkämpfe auswirkt. Außerdem hielt ich meine Wettkampfergebnisse fest. Daneben machte ich mir Notizen zu Witterungsverhältnissen, Trainingseinheiten, Arten von Speed-Sessions und wie ich mich während und nach dem Training fühlte. Aus reiner Neugier zeichne ich bis heute nach dem Aufstehen meinen Ruhepuls auf.“
“ Have a space for every day of the week in your log. When there is a blank space or spaces it emphasises lost opportunities for training. I have never missed a day since December 20,1964. I do not believe in days off.” — Ron Hill
Selbstvertrauen stärken
Klingt alles sehr einleuchtend, aber lohnt sich die Mühe auch? Ja, denn Ihr Tagebuch ist auch eine Quelle der Motivation. Indem Sie Ihre bisher gelaufenen Kilometer zusammenrechnen, entwickeln Sie ein Gefühl für die eigene Leistung und stärken Ihr Selbstvertrauen als Läufer.
In Hills Läufer-Karriere war das Logbuch ein wesentlicher Erfolgsfaktor - auch bei seinem legendären Marathon-Sieg bei den Commonwealth Games 1970 in Edinburgh, bei denen er zum zweiten Mal in der Geschichte die 2:10-Marke unterbot. Hill erinnert sich: „Vor meinen 2:09:28 in Edinburgh konnte ich mir meine besten fünf Langstrecken-Leistungen im Detail anschauen und die letzten zwei Trainingswochen exakt planen. Ich wusste genau, welche Vorbereitungsläufe ich in diesen zwei Wochen brauchen würde.“
Verletzungen managen
Das Tagebuch kann Ihnen auch helfen, Verletzungen zu managen und herauszufinden, welches Rehabilitationstraining für Sie am besten ist. Wenn Sie die Entwicklung einer Verletzung vom Beginn bis zur Ausheilung und Ihr Reha-Trainingsprogramm aufzeichnen, können Sie später dasselbe Training wiederholen oder das Programm verfeinern, um künftig ein noch besseres Ergebnis zu erzielen.
Hill konsultiert sein Running-Tagebuch häufig, um aus bisherigen Erfahrungen zu lernen. „Wenn ich ein Rennen zum wiederholten Mal laufe, sehe ich mir oft meine bisherigen Aufzeichnungen dazu an. Manchmal nutze ich sie auch bei der Trainingsberatung. Es ist erstaunlich, wie weit das selektive Erinnerungsvermögen von den konkreten Fakten abweicht.“
Welche Erkenntnisse man als Sportler aus seinem Tagbuch ziehen kann, zeigt ein spezielles Beispiel aus Hills Karriere. „Mein Tagebuch sagte mir, dass ich durch regelmäßiges Trainieren, ab 1957 mit zwei Trainingseinheiten pro Tag, meine Ergebnisse verbessern konnte – am Anfang im Crosslauf, meiner ersten Liebe. 1962 musste ich bei den European Marathon Championships in Belgrad nach 30 km erschöpft aufgeben. Als ich ins Tagebuch schaute, stellte ich fest, dass ich seit zwei Jahren pausenlos gelaufen war. Mein Trainingsplan brauchte aktive Ruhepausen.“
Ziele setzen
Indem das Tagebuch Ihnen Ihre läuferischen Fortschritte bewusst macht, wird es zum idealen Instrument, um sich Ziele zu setzen. Es erlaubt Ihnen, Ihre bisherigen Fortschritte in die Zukunft zu projizieren und einen eigenen Trainingsplan zu erstellen, den Sie immer weiter verfeinern können.
Ron Hill rät: „Ihr Tagebuch sollte für jeden Wochentage ein Feld haben. Leere Felder bedeuten eine verpasste Trainingschance. Ich habe seit dem 20. Dezember 1964 keinen einzigen Tag verpasst. Ich glaube nicht an lauffreie Tage. Ein leichter 3-km-Lauf ist die beste Art, sich zu entspannen.“
Ihre persönliche Lauf-Historie
Mit einem Running-Tagebuch gewinnen Sie Einblick in Ihre Entwicklung als Läufer/In und können Ihre Leistung besser steuern. Mit der Zeit entsteht so eine persönliche Lauf-Historie, auf die Sie immer wieder zurückgreifen können. Sie können erkennen, welche Trainingsformen für Sie die effektivsten sind und, basierend auf eigenen empirischen Erkenntnissen, ihre weiteren Erfolge planen.
Wenn Sie einmal angefangen haben, kann sich Ihr Running-Tagebuch auch zu einem echten Tagebuch entwickeln, in dem sie nicht nur Trainingsnotizen, sondern auch Gespräche und Gedanken oder Ideen aufzeichnen, die Ihnen beim Laufen gekommen sind.
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