Der kleine Unterschied bei Laufschuhen für Männer und Frauen
Dass Männer und Frauen verschieden sind, ist natürlich nichts Neues. Dass sie auch unterschiedlich laufen, ist allerdings noch nicht so lange bekannt. Und vielleicht waren deshalb Laufschuhe für Frauen so lange nichts anderes als verkleinerte Herrenmodelle. Heute, mit wachsender Kenntnis der anatomischen und hormonellen Unterschiede werden Laufschuhe für Frauen endlich immer „weiblicher“.
In den letzten zehn Jahren haben wissenschaftliche Forschungen gezeigt, dass Frauen ein anderes Bewegungsmuster und eine andere Biomechanik haben als Männer. Heißt: Der weibliche Laufstil unterscheidet sich ganz grundsätzlich vom männlichen. Was in der Folge auch bedeutet, dass Läuferinnen zu anderen Verletzungen tendieren als Läufer. Entsprechend differenziert arbeitet ASICS in der Laufschuh-Entwicklung. Klares Ziel dabei: Laufschuh-Lösungen, die Frauen ein Optimum an Leistung, Bequemlichkeit und Sicherheit bieten.
Simon Bartold, ASICS International Research Consultant, zählt zu den Vorreitern der neuen differenzierten Sichtweise. An der Universität von Melbourne erforschen er und sein Team die spezifischen Unterschiede zwischen den Geschlechtern. Vor kurzem wurde Simon Bartold mit dem Schuster Award der American Academy of Podiatric Sports Medicine für seine herausragenden Leistungen auf dem Gebiet der Biomechanik und Sportmedizin ausgezeichnet.
„Über viele Jahre hinweg waren Sportlerinnen im Nachteil, denn Schuhe wurden vor allem für Männer entworfen und konstruiert“, sagt Bartold. „Das ist erstaunlich – schließlich gibt es nach aktuellen Zählungen viel mehr aktive Läuferinnen als Läufer.“ ASICS ist das schon vor Jahren aufgefallen und deshalb ist ASICS schon länger intensiv und konsequent unterwegs in Sachen Frauenschuh-Konzept.
Fußform
Schon hier beginnt der Unterschied: Der weibliche Fuß ist nämlich grundsätzlich anders geformt als der männliche. Er ist meistens nicht nur kleiner, er weist auch ein anderes Volumenverhältnis zwischen Vorfuß und Rückfuß auf. Heißt: Frauen haben im Vergleich zum Vorfuß eine schmalere Ferse. Tragen sie also ein Herrenmodell, findet ihr Fuß oft keinen festen Halt, der Schuh bietet keine Stabilität oder scheuert. Versucht Frau dann, das Problem durch den Kauf eines schmaleren Herrenschuhs zu umgehen, führt das zu Einengungen und Schmerzen im Vorfußbereich.

Unterschied zwischen der/dem männlichen und weiblichen Ferse/Vorfuß:
Frauen haben im Verhältnis zum Vorfuß eine schmalere Ferse.
Gelöst hat ASICS das Problem durch die Entwicklung eines speziellen Damen-Leisten. Er ist schmaler geschnitten, verbessert die Passform und den Sitz des Schuhs deutlich und verhindert bekannte Probleme wie den Schlupf im Fersenbereich.
Für noch mehr individuelle Anpassung an den weiblichen Fuß sorgt eine weitere ASICS Technologie: Das Personal-Heel-Fit-System, kurz PHF. Es ist mehrlagig aufgebaut, arbeitet mit einem elastischen Schaum-Material, das sich immer wieder von neuem der individuellen Fersenform anpasst, und sorgt so für festen, scheuerfreien Sitz im Schuh.
Dämpfung
Zu den grundlegenden Unterschieden der Geschlechter gehört auch, dass Mann meistens schwerer ist als Frau. Entsprechend war die Dämpfungskapazität zur Reduktion der Stoßkräfte, die auf den Körper wirken, lange Zeit ausgelegt: meistens auf das höhere männliche Gewicht. Für Frauen war das Set-Up oft zu kompakt und konnte so besonders im Vorfuß keine optimale Dämpfung für den weiblichen Laufstil gewährleisten.

Normale Dämpfung Geschlechtsspezifische Vorfußdämpfung
Männlich/weiblich differenzierte Vorfußdämpfung: Verbesserte Rückfußdämpfung für Läuferinnen.
ASICS’ Antwort auf diese Herausforderung: Eine spezifische Vorfußdämpfung für Männer und Frauen. Sie beruht auf dem von ASICS entwickelten SOLYTE-Material, das im Frauenschuh eine geringere Dichte aufweist als im Herrenschuh, also weicher ausgelegt ist. Das Material ist unterhalb des Fußballens platziert, erstreckt sich über die gesamte Breite des Schuhs und bietet Läuferinnen eine optimierte Dämpfung beim Abdruck und eine effektivere Rückfederung. Kurz gesagt: Diese Art der differenzierten, hoch spezifischen Vorfußdämpfung macht einen ASICS Laufschuh für Frauen zu einem besonders komfortablen Erlebnis.
Hormonhaushalt und Bewegungsablauf
Zu den anatomischen Unterschieden zwischen Frauen und Männern kommen noch tiefergehende, die den Hormonhaushalt betreffen. Zu diesem Thema haben Simon Bartold und sein Team von der University of Melbourne kürzlich eine wegweisende Studie im Journal of Applied Physiology veröffentlicht, die die Auswirkung von Östrogen auf die Dehnbarkeit der weichen Gewebeteile des Körpers beleuchtet und für ganz neue Impulse in der Entwicklung des ASICS Frauen-Laufschuh-Konzeptes gesorgt hat.
„Wir haben die Wirkung des Östrogens, also des wichtigsten weiblichen Hormons, auf die Anpassungsfähigkeit und Dehnbarkeit von Gewebe untersucht“, erläutert Bartold. „Dabei haben wir neue, fundamentale Erkenntnisse gewonnen: So haben wir festgestellt, dass sich unter der Einwirkung des Östrogens die Eigenschaften von Gewebe, Sehnen, Bändern und Muskeln während des 28-tägigen Ovarialzyklus ändern.“
Mit anderen Worten: Bartolds Studie hat gezeigt, dass sich die Architektur des Fußes mit dem schwankenden Hormonhaushalt während eines Monats verändert. Dabei verlieren Sehnen, Bänder und Muskeln durch das Östrogen Spannkraft, was unter anderem dazu führt, dass sich das weibliche Fußgewölbe absenkt. Dies wiederum hat direkte Auswirkungen auf die Biomechanik des Fußes – besonders auf die so genannte Plantarfaszie, die große Sehne unter der Fußsohle, die sich mit jedem Laufschritt spannt und streckt und so über den Windlass-Mechanismus für erhöhte Vortriebsenergie sorgt.
Der Windlass-Mechanismus

Der Windlass-Mechanismus: Wenn der Zeh angehoben wird (Dorsiflexion), hebt sich das Fußgewölbe. Die Plantarfaszie dehnt und spannt sich.
Ein Grund mehr für ASICS, an einer Technologie zu arbeiten, die diese natürliche Vorspannung des Fußes grundsätzlich unterstützt und dabei gleichzeitig auf die besonderen Anforderungen des Frauenkörpers mit seinem schwankenden Hormonhaushalt eingeht.
Das Ergebnis: das differenzierte wo/man-Mittelsohlen-Konzept mit SPACE-TRUSSTIC-System. Es basiert auf einer exakt unter dem Fußgewölbe positionierten Pufferzone zwischen der TRUSSTIC-Komponente und der Mittelsohle. Und es ist im ASICS Damenschuh extra auf das zeitweise stärker abgesenkte, weibliche Fußgewölbe ausgelegt: Mit einer größeren, dynamischen Pufferzone und mit höherer Stützwirkung - für mehr „weibliche“ Vortriebsenergie und mehr Sicherheit über den gesamten Bewegungsablauf.
Und auch das ist nur ein Beispiel dafür, wie ASICS Technologien das Laufen für Frauen gleichberechtigter, komfortabler und effizienter machen.
Simon Bartold zieht das Fazit aus den neuen Errungenschaften: „ASICS war schon immer ein Impulsgeber und Schrittmacher. Mit unseren Forschungen haben wir im Bereich funktionale Sportschuhe für Sportlerinnen neue Maßstäbe gesetzt. Das Ergebnis ist ein besserer Schutz vor Verletzungen und ein fantastisches Laufgefühl für Frauen.“



